Kaiser Vespasian: Roms Haushaltssanierer

pecunia non olet – Geld stink nicht. Für diesen Ausspruch ist Kaiser Vespasian bis heute berühmt, und von ihm stammt auch die Philosophie, die hinter PNO inkasso steht. Wer genau Vespasian war, wie er lebte und welche historische Bedeutung er hat – über die bekannte Latrinensteuer hinaus – lesen Sie hier.

Titus Flavius Vespasianus – so der Geburtsname des späteren römischen Kaisers – wurde am 17. November 9 in Falacrinae, dem heutigen Cittareale, in Mittelitalien geboren. Sein Vater hatte den Ritterstand inne und sammelte Steuern für den römischen Staat in der damaligen Provinz Asia ein. Die Mutter des Titus Flavius Vespasianus engagierte sich schon früh für die politische Karriere ihres Sohnes und stellte die Weichen für einen entsprechenden Lebensweg.

Cittareale
Ritter
Kompas

So kam es, dass Vespasian bereits in jungen Jahren verschiedene politische und geistliche Ämter ausfüllte. Unter Kaisern Claudius war er zudem an mehreren Feldzügen in Britannien und Germanien beteiligt. Hier machte er sich in der Legion einen Namen als besonnener, kluger und vor allem erfolgreicher Legionslegat. Bis einschließlich 47 n. Chr. blieb er in Britannien, wo er als Priester tätig war. Politische Ämter bekleidete Vespasian erst ab dem Jahre 51.

Er wurde ein enger Vertrauter von Kaiser Nero und begleitete ihn auf seinen Griechenlandreisen. Eine interessante Anekdote begab sich 66, als Vespasian bei einer schauspielerischen Darbietung des Nero einschlief und daraufhin in Ungnade fiel. Da Nero jedoch auf das militärische Geschick Vespasians nicht verzichten konnte, wurde er im selben Jahr als Heerführer im Jüdischen Krieg in der Provinz Judäa eingesetzt. Dort befehligte Vespasian rund 60.000 Soldaten.

Claudius
Nero
Judaea

Die Herrschaft Vespasians wurde im April 68 eingeleitet, nachdem Kaiser Nero Suizid begangen hatte. Ab diesem Zeitpunkt erhoben gleich vier Feldherrn Anspruch auf den römischen Kaiserthron. Das Jahr 68 gilt daher auch als Vierkaiserjahr. Nach einigen Querelen ging Vespasian als Gewinner hervor und ließ sich am 01. Juli 69 zum Kaiser ausrufen. Fortan trug er den Namen Imperator Caesar Vespasianus Augustus.

Als Politiker und Machthaber leistete Vespasian Großes. So kehre er sich konsequent von der Eroberungspolitik seiner Vorgänger ab und setzte auf die Sicherung der bestehenden Reichsgrenzen. Im Norden errichtete er den ersten Limes gegen die Germanen und zersplitterte die dort stationierten Legionen – auch um die Bildung einer militärischen Opposition zu verhindern. Im Westen sicherte er die britannischen Grenzen und leitete die Eroberung Britanniens bis zur heutigen Grenze Schottlands ein. An den östlichen Grenzen des römischen Reiches engagierte sich der neue Kaiser für eine konsequente Deeskalationspolitik und stabilisiere die Verhältnisse. Seine eigenen Erfahrungen aus dem Jüdischen Krieg kamen ihm hier zugute.

Lorbeerkranz
Vespasian

Innenpolitisch stand die vespasianische Herrschaft ganz im Zeichen der notwendigen Sanierung des Staatshaushaltes. Seine Vorgänger, Claudius und Nero, hatten deutlich über ihre Verhältnisse gelebt und enorme Staatsschulden hinterlassen. Vespasian führte verschiedene steuerliche Abgaben ein, die tatsächlich ausnahmslos für alle römischen Bürger galten. Seine berühmteste Steuer ist die sog. Latrinensteuer, auf deren Einführung auch das Zitat pecunia non olet zurückgeht.

Im alten Rom stellte Urin eine wichtige Ressource dar, weil aus ihm alkalisches Ammoniak gewonnen wurde, das wiederum von Ledergerben und Wäschern benötigt wurde. Die Latrinensteuer ist also im Grunde eine Rohstoffsteuer. Als Vespasians ältester Sohn Titus ihn auf die Steuer ansprach und seine Missbilligung zum Ausdruck brachte, hielt Vespasian ihm eine Münze aus Steuereinnahmen unter die Nase und fragte ihn, ob ihn der Geruch störe. Als Titus verneinte entgegnete der Vater atqui e lotio est – und doch ist es Urin. Aus dieser Begebenheit entwickelte sich die Redewendung Geld stinkt nicht.

Privat gilt Vespasian als vernünftiger, genügsamer und humorvoller Mann. So hatte er im Laufe seines Lebens zwei feste Lebenspartnerinnen: Seine Ehefrau Flavia Domitilla, mit der er drei Kinder zeugte, und Antonia Caenis. Mit letzterer lebte er nach dem frühen Tode seiner Ehefrau im Konkubinat, das seinerzeit als zweite offizielle Form der Lebenspartnerschaft neben der Ehe existierte. Antonia Caenis trat in der Öffentlichkeit als Gemahlin Vespasians auf und förderte seine Karriere durch ihre sehr guten Kontakte zum kaiserlichen Hof. Vor ihrer Partnerschaft mit Vespasian ist sie die Privatsekretärin der Kaisermutter gewesen.

Vespasians ältester Sohn Titus wurde durch den Vater im Laufe dessen Regierung aber auch schon davor beim Militär sukzessive auf die Herrschaftsnachfolge vorbereitet. Vespasian starb 79 in Kampanien an einer Darmerkrankung. Titus übernahm die Herrschaft und wurde so der zweite römische Kaiser der flavischen Dynastie, die 28 Jahre lang, von 69 bis 87 n.Ch. andauerte.

Latrine

Imperator Caesar Vespasianus Augustus begründete einen völlig neuen, stringenten und vor allem fairen Stil in der römischen Politik. Er suchte stets den Diskurs, auch und vor allem mit politischen Gegnern und setzte sich in allen staatlichen Belangen für pragmatische, unkomplizierte und zielgerichtete Lösungen ein. Transparente Kommunikation mit dem Senat, mediative Lösungen für eine defensive Außenpolitik und die zielstrebige Sanierung des Staatshaushaltes waren wesentliche Kennzeichen seiner Herrschaft.

Kaiser Vespasian ist der ideale Patron für die Arbeitsweise der PNO inkasso AG: transparent, mediativ, zielstrebig.